Säulenobst, Spalier, Buschbaum

Säulenförmig wachsende Obstbäume für den kleinen Platz im Garten oder auf dem Balkon. Bild: www.säulenobst.ch

Spalier an einer Südwand schafft optimale Belichtung und günstiges Kleinklima für wärmeliebende Obstsorten. Bild: www.mein-schoener-garten.de

Vorteile

Im Erwerbsobstbau haben sich in den vergangenen Jahrzehnten
bei allen Baumobstarten kleinkronige Bäume als Pflanzmaterial durchgesetzt. Aber auch im Hausgarten bieten Säulenobst, Spalier und Buschbaum eine Reihe von Vorteilen:

  • Ernte- und Pflegearbeiten können mit nur kurzer oder ganz ohne Leiter ausgeführt werden.
  • Die Erträge setzen sehr früh ein. Kernobst blüht spätestens im zweiten, Steinobst im dritten Standjahr. Bei starkwachsenden Obstgehölzen hingegen ist mit einem ersten nennenswerten Ertrag nicht vor dem siebten Standjahr zu rechnen.
  • Die kleinkronigen Bäume benötigen nur wenig Platz. Sie können als Einzelbaum, aneinandergereiht als Hecke, am Drahtrahmen oder als Spalier an einerWand gezogen werden. Sogar eine Kultur in Kübeln ist möglich, so dass sie auch auf dem Balkon oder der Terrasse Platz finden. Die Kübel bleiben das ganze Jahr über im Freien. ImWinter wird der Topf z. B. mit einer Noppenfolie vor strengem Frost geschützt.
  • Auf die Fläche, die ein einzelner großkroniger Obstbaum (Halb- oder Hochstamm) beansprucht, können Sie bis zu zehn kleinkronige Bäume pflanzen. So können verschiedene Obstarten und -sorten auch im kleinen Garten Platz finden.
  • Die richtige Erziehung kleinbleibender Obstgehölze durch Schnitt und Formierung ist wesentlich einfacher als bei Halb- und Hochstämmen.
  • Die kleinkronigen Bäume können mit Netzen vor Vogelfraß und mit Folienüberdachungen vor Regen geschützt werden. Dies ist insbesondere bei Süßkirschen, aber auch bei Sauerkirschen, Pfirsichen und spätreifenden Zwetschen von Bedeutung.
  • Befall mit der Kirschfruchtfliege und Kirschessigfliege, welche die madigen Kirschen verursachen, kann hoch wirksam und umweltschonend verhindert werden, indem die Bäume mit insektendichtem Gewebe eingehüllt werden. Vergleichbares gilt für die Vermeidung von madigen Äpfeln.

Text: Kraut & Rüben – biologisch gärtnern, natürlich leben; www.krautundrueben.de


Buschbaum-Obstwiese in Dautphetal-Hommertshausen – pflegen und ernten ohne Leiter.

24 Familien bewirtschaften gemeinsam eine Obstwiese in Hommertshausen

 

Ungewöhnlich an dieser Obstwiese ist die Buschbaumform der Bäume. Hierfür hat sich die Gemeinschaft aus 24 Familien vor über 10 Jahren bewusst entschieden. Pflegen und ernten ohne Leiter ist schon eine große Erleichterung. Das Handmähen unter und in der Reihe zwischen den Bäumen ist zwar Mehrarbeit, lässt sich aber mit einem Hochgrasmäher gut bewältigen. Zwischen den Reihen wird mit einem kleinen Traktor-Leiterwagengespann gemäht.

 

Insgesamt stehen etwa 170 Buschbäume auf der Wiese – alte und neue Apfelsorten, Kirschen, Pflaumen, Birnen und Quitten. Manche heimische Obstsorte wurde durch Aufpfropfen aus alten Beständen auf junge Unterlagen vor dem Verschwinden gerettet.

 

Nicht nur die Obstvielfalt liegt der Gemeinschaft am Herzen, sondern auch die Artenvielfalt. Büsche, Hecken, Wiese und Insektenhotels bieten Insekten und kleineren Tieren einen vielfältigen Lebensraum.

 

Alle übers Jahr anstehenden Arbeiten werden gemeinschaftlich organisiert. Im Herbst wird gemeinsam geerntet und der Ertrag geteilt.

Wer Interesse an Gemeinschaft und gesundem Obst aus der Region hat, kann sich gerne an Sandra Wagner wenden – Email SandraWagner1206@web.de.