Pflegen

Schnitt an einer überalterten Apfelkrone

aus dem Büchlein "Obstbaumschnitt in Bildern" von Hans Walter Riess, Obst- und Gartenbauverlag, München, 80 Seiten, 4,60 €. Sehr zu empfehlen!

Guter Schnitt

Obstbäume sind Kulturpflanzen und erfordern eine sorgfältige und wiederholte Pflege. Insbesondere der Schnitt will wohlüberlegt und der jeweiligen Wuchsform des Baumes, dem Ziel der Pflanzung und an die eigenen Möglichkeiten angepasst sein. Auch hier ist es sinnvoll, sich fortzubilden und einen der zahlreichen Kurse unserer Ortsvereine im Kreisverband Biedenkopf zu besuchen (Veranstaltungskalender).

Die Aneignung im Selbststudium kann einen solchen Kurs zwar ergänzen aber nicht ersetzen, weil die verschiedenen Aspekte der Baumpflege zielgerichtet besser am jeweiligen Beispielobjekt vermittelt werden können. Schnitt nach eigener Einschätzung ohne Anleitung kann zu Ertragsausfall und gegebenenfalls auf Dauer zu statischen Problemen mit entsprechenden Risiken führen.

 

Schutz vor Wild- und Nutztieren

Zur Pflege gehört auch der Schutz der Bäume vor Wild- und Nutztieren, der bei Mängeln eine der häufigsten Ursachen für Verwundungen und Ausfälle bildet. Sinnvoll ist ein Mantel aus Weidematten, der auch gleichzeitig einen Schutz vor Stammrissen durch Sonneneinstrahlung bei frostiger Witterung bietet, den eine Drahthose alleine nicht gewährleisten kann. Auch das „weißeln“ der Bäume bietet diesen Schutz, muss jedoch jährlich wiederholt werde, um einen Effekt zu garantieren.

 

Biologischer Pflanzenschutz

Pflanzenkrankheiten und Schädlinge beeinträchtigen oft die Freude am Obstbau. Für den Laien ist es manchmal schwer zu erkennen, um welche Krankheit, bzw. welchen Schädling es sich handelt und welche Bedeutung der Schaden hat. Fehldiagnosen und damit fehlende oder falsche Konsequenzen sind häufig. Auch hier ist die Beratung durch einen fachlich versierte Person bzw. das Gartentelefon gefragt (Beratung).

 

Totholz stehen lassen

Wenn man alte Bäume mit Astlöchern auf der Obstwiese stehen lässt, auch wenn sie kaum noch Ertrag bringen, bietet man vielen bedrohten Tieren einen Lebensraum. Gerade Insekten leben oftmals von absterbenden Rindenbestandteilen, dienen ihrerseits wieder vielen in ihrem Bestand bedrohten Vögeln als Nahrungsgrundlage und tragen damit zur Vielfalt des Lebens bei. Streuobstwiesen, besonders wenn sie etwas älter sind, sind das Paradebeispiel für Artenreichtum, also Biodiversität im besten Sinne.