Pflanzen

Viel Platz

Hochstämmige Obstbäume wachsen langsam. Es dauert oft 12–15 Jahre, bevor sie zum ersten Mal einen nennenswerten Ertrag bringen. Sie nehmen dann aber auch einen großen Platz ein, so dass es zu den häufigsten Fehlern gehört, nicht genügend Platz zwischen den jungen Bäumen bei der Pflanzung zu lassen. Apfel- und Birnenhochstämme benötigen mindestens 10 m, Pflaumen 8, Süßkirschen 12 und Walnussbäume 15 Meter Pflanzabstand. Dies wird häufig nicht beachtet, so dass die Bäume in der Folge oft nicht genügend Entwicklungsmöglichkeiten haben, die Früchte beschattet werden und die späteren Nutzer kaum Freude am Obst haben.

 

Guter Standort

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wahl des Standortes. An feuchten, staunassen Standorten, die nicht genügend Sauerstoff für die Wurzelatmung bieten, wachsen Obstbäume nicht oder werden von Krankheiten, wie z. B. dem Obstbaumkrebs, befallen. Talsenken sind oft ein Sammelbecken für Kaltluft womit die Gefahr der Blütenschädigung durch Frost steigt. Dieser Aspekt gewinnt zunehmend an Bedeutung, weil infolge des Klimawandels der Zeitpunkt der Blüte weit nach vorne gerückt ist und die Blüten somit anfälliger für die Temperaturschwankungen in der unsteten Aprilwitterung sind.

 

Geeignete Sortenwahl

Auch die Wahl der Sorten ist entscheidend für den späteren Nutzen und hängt stark vom Ziel ab, welches jemand bei der Anlage einer Streuobstwiese oder einzelner Bäume im Hausgarten verfolgt. Sollen die Früchte vorwiegend direkt verzehrt, vermehrt länger eingelagert oder zu Saft bzw., Wein verarbeitet werden? Wie ist der Geschmack innerhalb der Familie? Diese Fragen sollten erst geklärt werden, bevor eine Wahl getroffen wird.

 

Fachberatung

Wenn Sie einen guten Rat suchen, nehmen Sie Kontakt zu einem der 16 Obst- und Gartenbauvereine des Kreisverbands Biedenkopf auf. Hier finden sich eine Reihe ausgebildeter Fachwarte für Obst und Garten, die Sie gerne beraten.

 

Die Baumschule Rinn in Gießen bietet Ihnen neben Beratung und vor allen Dingen eine gute Auswahl an Standard- und Lokalsorten, Solitärobstbäume und Container-Obstbäume für die ganzjährige Pflanzung. Jedes Jahr ab der 3. Oktoberwoche  sind die ackerfrischen, wurzelnackten Obsthochstämme im Angebot.

 

Die Baumschule Engelhardt in Gießen führt ein Sortiment von 25 neuen, schmackhaften und widerstandsfähigen Apfelsorten besonders für den Hausgarten.

 

Die Pflanzzeit für Wurzelware bei Obstbäumen und vielen anderen Pflanzen ist bis zum Beginn des Blattaustriebes im nächsten Frühjahr. Die Pflanzperiode für die Bäume ist nur dann jeweils unterbrochen, wenn strenger Frost die Öffnung des Bodens verhindert.

Alten Apfelbaum mit neuen Sorten umveredeln

Wenn Sie einen guten gewachsenen und gesunden Apfelbaum im eigenen Garten stehen haben, dessen Äpfel Ihnen aber nicht schmecken, dann können Sie durch eine Umveredelung eine oder auch mehrere neue Sorten aufbringen.

 

Hierzu werden von den gewünschten Sorten während der Winterruhe im Dezember oder Januar Edelreiser (einjährige, bleistiftstarke Triebe) geschnitten. Sie werden dann kühl und frostfrei in feuchtem Sand gelagert bis zur Veredelung im März oder April.

 

Die Veredelung erfordert handwerkliches Geschick und viel Erfahrung und deshalb sollte man es auch einem Fachmann überlassen. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist das z.B. Alfred Oehler aus Weimar OT Roth, Lahntalstr. 19, Tel 06426 7314, der auch im Vorstand des Kreisverbandes Marburg für Obstbau, Garten und Landschaft e.V. aktiv ist.